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Slow Fashion überzeugt

  • 4. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 6. Feb.

Werksführung bei STAPF in Wörgl


Am 23. Jänner lud die KEM Hohe Salve zur Werksführung bei der Firma STAPF ein. In einer kurzweiligen Stunde zeigte Martin Maier, wie aus natürlichen Fasern langlebige Kleidung entsteht – und warum Slow Fashion ein wichtiger Gegenpol zur schnelllebigen Modeindustrie ist.


Tradition trifft Zukunft

Österreich blickt auf eine reiche Textilgeschichte zurück. Besonders Vorarlberg war im 18. und 19. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum der Baumwoll- und Stickereiindustrie. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Branche einen letzten Aufschwung, bevor ab den 1970er‑Jahren die Massenproduktion ins Ausland wanderte und viele Betriebe geschlossen wurden. STAPF gehört zu den wenigen, die dieses traditionelle Wissen weitertragen – und es heute mit moderner Nachhaltigkeit verbinden.


Fast Fashion – große Wirkung, große Belastung

KEM‑Manager Michael Kirchmair berichtete zu Beginn der Werksführung über die Herausforderungen, die die heutige Modeindustrie mit sich bringt. Er machte deutlich, dass die Textilbranche weltweit zu den größten Verursachern von CO₂‑Emissionen zählt und immer größere Mengen an Kleidung in immer kürzeren Zeiträumen produziert werden. Diese Schnelllebigkeit führt dazu, dass Kleidungsstücke oft nur wenige Male getragen und anschließend entsorgt werden.

Kirchmair betonte auch den enormen Ressourcenverbrauch: Für die Produktion werden große Mengen Wasser und Energie benötigt, während synthetische Materialien beim Waschen Mikrofasern freisetzen, die schließlich in unsere Gewässer gelangen. Diese Entwicklungen zeigen, wie stark Fast Fashion Umwelt und Gesellschaft belastet – und warum ein Umdenken dringend notwendig ist.

Gerade deshalb, so Kirchmair, sei es wichtig, Betriebe wie STAPF zu besuchen, die ein alternatives Modell vorleben: regionale Herstellung, natürliche Materialien und eine Fertigung, die Qualität und Langlebigkeit in den Mittelpunkt stellt.


Slow Fashion – bewusst, langlebig, sinnvoll

Dem gegenüber steht die Idee der Slow Fashion: weniger, dafür besser. Schon eine etwas längere Nutzung eines Kleidungsstücks reduziert Emissionen und Ressourcenverbrauch spürbar. Eine verdoppelte Lebensdauer kann den CO₂‑Ausstoß sogar halbieren. STAPF zeigt sehr anschaulich, wie Qualität, Regionalität und verantwortungsvolle Produktion gemeinsam wirken können.


Ein Rundgang durch die Produktion

Während des Rundgangs bekamen die Besucherinnen und Besucher einen Einblick in den gesamten Herstellungsprozess. Martin Maier erklärte verschiedene Wollarten, führte durch die Strickerei und zeigte, wie traditionell gewalkt wird. Schritt für Schritt wurde nachvollziehbar, wie aus reiner Schurwolle robuste Stoffe entstehen und wie viel handwerkliches Geschick in jedem Kleidungsstück steckt.


Fazit

Die Werksführung zeigte eindrucksvoll, dass nachhaltige Mode weit mehr ist als ein Trend. Slow Fashion bedeutet Wertschätzung für Materialien, Menschen und Umwelt. STAPF beweist, dass regionale Produktion, hohe Qualität und wirtschaftliche Verantwortung kein Widerspruch sein müssen.


Oder wie es Martin Maier auf den Punkt brachte:

„Hier entsteht Kleidung mit Geschichte, mit Haltung – und mit Verantwortung.“

Wer sich selbst ein Bild über Betrieb und Produktion machen möchte, findet weitere Informationen auf der Homepage der Firma STAPF. Grundsätzlich finden Werksführungen am Freitag um 14 Uhr statt.


Einblicke in die Werksführung (Fotos: Lisa Gruber)
Einblicke in die Werksführung (Fotos: Lisa Gruber)


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